Geschichte der Mühle


Die Geschichte der Mühle ist eng mit der Geschichte des Ortes Cörmigk verbunden. In den ältesten Urkunden des Ortes aus dem Jahre 1147 sind die Bezeichnungen Cornbeche und Curembeck nachzulesen. Damit ist Cörmigk seinem Namen nach zu den altthüringischen Ansiedlungen gehörig. Da das Dorf am sogenannten Hornbach ( Horngraben ) liegt, welcher eine Wassermühle antrieb, ist es wahrscheinlich, daß die Bezeichnung von den Wenden als Chormbach und später von den Sachsen in Cornbach umgewandelt wurde.

Cornbeche ist deutscher Herkunft und bedeutet Am Mühlenbache".

Corn = Korn = quern = Mühle

beche = Bach

Die Bezeichnung Kormenik für diesen Ort würde auf slawischen Ursprung hinweisen. Tschechisch und polnisch bedeutet Kormnik bzw. Karmigk = Maststall. Da nach den vorliegenden Funden und den ersten Besiedelungen dieser Gegend auch Slawen in diesem Ort gelebt haben, ist es nicht auszuschließen, das Cörmigk in zwei Ortschaften unterteilt war, der slawische Teil mit der Bezeichnung Kormenik und der Teil mit überwiegend deutscher Bevölkerung Cornbeche. Anzeichen dafür geben auch die Bezeichnungen Cormek, Kormik und Cornbeche im Jahr 1392 für diesen Ort. Erst danach entwickelte sich nur noch eine Bezeichnung und zwar über Kormig Cörmick Körmigk zu Cörmigk.

Im 11.Jahrhundert wurde zum ersten mal die Mühle urkundlich im Amt Gröbzig erwähnt. Dies ist bereits die vierte Mühle, die in Cörmigk hier gebaut wurde. Die erste Mühle wurde unterhalb der Kirche am Bach gebaut, das Gebäude exestiert heute noch. Es ist das kleine Wohnhaus gegenüber dem Teich der Familie Gläsel. Da dieses Gebäude direkt am Bachlauf errichtet wurde, wurde die Mühle von einem unterschlechtigen Wasserrad angetrieben. Der damalige Mühlenbesitzer wahr der Herr Strauß.

Seit dem 1700. Jahrhundert befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Lederbogen. Um im Jahre 1814 die Soldaten Napoleons mit genug Nahrung (Mehl) versorgen zu können, baute der damalige Mühlenbesitzer Eduard Lederbogen eine Bockwindmühle auf der Anhöhe Richtung Gröbzig, der heutige Mühlenberg. Denn hier lief die damalige Kanonenstraße Napoleons durch. Da man aber bald merkte, daß dies auch nicht ausreicht, entschloß man sich eine neue Mühle am heutigen Standort zu bauen. Dies dauerte aber einige Zeit, denn man wollte in der neuen Mühle die Kraft des Wassers noch besser ausnutzen.

So wurde der heutige Mühlenteich ( Gellert ) mit Zu- und Abfluß künstlich angelegt. Womit ein oberschlechtiges Wasserrad betrieben werden konnte und hinter der Mühle ein Gefälle von über 4 Metern entstand. Die Mühle hatte damals nur ein Vollgeschoß mit Spitzdach. Ende des 1900. Jahrhundert übergab Eduard Lederbogen die Mühle an seinen Sohn Albert Eduard Lederbogen.

1926 wurde dann erneut angefangen, die Mühle komplett mit Wohnhaus und Stallungen umzubauen und die Bockwindmühle wurde nach Klein Wülknitz verkauft. Durch den plötzlichen Kriegseinbruch 1933 konnte der Umbau jedoch nicht vollständig vollendet werden. Als der Herr A.Lederbogen verstarb, übernahm seine Frau Minna Lederbogen bis 1950 den Betrieb. In diesem Jahr übernahm ihr Sohn Albert Lederbogen die Mühle. Sie wahr damals für eine Tagesleistung von 5t in 24h ausgelegt. 1966 verpachtete altershalber der Mühlenbesitzer Albert Lederbogen die Mühle an seinen Sohn, wiederum Albert Lederbogen.

Seit 1978 ist die Mühle für eine Tagesleistung für 6t in 24h ausgelegt. 1990 wurde begonnen, Bäckereien mit lose Mehl (Tankfahrzeug) zu beliefern. Im gleichen Jahr wurde auch die Produktion von Weizenmehlen wieder aufgenommen. Denn es war zu DDR-Zeiten im Bezirk Halle nur volkseigenen Betrieben erlaubt, Weizenmehl zu produzieren. Die Mühle der Familie Lederbogen ist einer der wenigen Betriebe, welche sich zu DDR-Zeiten in privater Hand befanden und welche den Übergang in die "freie Marktwirtschaft" geschafft haben.

Im September des Jahres 2004 wurde der gesamte Mühlenhof als technisches Baudenkmal gewürdigt. Daraufhin erfolgte die Eintragung in das Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt.

Im Februar des Jahres 2005 verstarb der Müllermeister Albert Lederbogen und es übernahm sein Schwiegersohn Harald Sauer, ebenfalls Müllermeister, die Leitung des Betriebes. Dessen ältester Sohn Christian Sauer, welcher eine Ausbildung zum Bäckermeister hat, erhöffnete in der Mühle Lederbogen, eine eigene Mühlenbäckerei mit Mühlenkaffee.


Ruf der Müller

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